SAP Business AI: Funktionen, Nutzen & Einsatzfelder
- 20. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen
SAP bündelt unter Business AI KI-Funktionen, Assistenten und Agenten, die in Unternehmensanwendungen und Geschäftsprozesse eingebettet werden. Für Kunden ist vor allem entscheidend, welche Fähigkeiten tatsächlich zum eigenen System- und Prozesskontext passen.
Was SAP unter Business AI versteht
SAP positioniert Business AI als Bestandteil der täglichen Arbeit in Unternehmensprozessen. Der Anspruch geht über eine separate Chatoberfläche hinaus: KI soll dort verfügbar sein, wo Anwender ohnehin arbeiten, relevante Geschäftsdaten verstehen und – innerhalb definierter Berechtigungen – Aufgaben unterstützen oder ausführen.
Im Zentrum steht Joule als einheitliche KI-Erfahrung. Hinzu kommen eingebettete KI-Funktionen in SAP-Anwendungen, vorgefertigte Joule Skills und Agents sowie Entwicklungs- und Integrationsmöglichkeiten für kundenspezifische Szenarien.
Die wichtigsten Bausteine
Joule: dialogorientierter Zugang zu Informationen, Funktionen, Assistenten und Agenten.
Eingebettete KI: anwendungsspezifische Funktionen in Fachlösungen und Entwicklungswerkzeugen.
Joule Agents und Assistenten: Bearbeitung und Koordination mehrstufiger Aufgaben.
Business-Daten und Semantik: Kontext aus SAP-Anwendungen, Datenplattformen und Knowledge-Graph-Ansätzen.
Erweiterbarkeit: Entwicklung eigener Agenten, Apps, Skills, Integrationen und Workflows.
Die genaue Verfügbarkeit hängt von Produkt, Edition, Region, Lizenzierung und Release-Stand ab. Deshalb sollte ein Projekt nie allein auf Marketingübersichten basieren. Vor einer Entscheidung sind die konkreten Voraussetzungen der vorhandenen Landschaft zu prüfen.
Von der Einzelfunktion zum Prozess
Einzelne KI-Funktionen können bereits erheblichen Nutzen bringen: Texte zusammenfassen, Inhalte klassifizieren, Vorschläge erstellen oder Entwicklungsaufgaben unterstützen. Der größere Hebel entsteht jedoch, wenn mehrere Schritte eines Prozesses verbunden werden.
Beispiel Einkauf: Eine Anfrage wird analysiert, passende Lieferanten- und Vertragsinformationen werden ermittelt, Risiken werden markiert und ein Entscheidungsvorschlag wird vorbereitet. Kritische Schritte bleiben freigabepflichtig. Genau diese Verbindung aus Kontext, Aktionen und Kontrolle unterscheidet Business AI von einer allgemeinen Text-KI.
Cloud-Fokus und hybride Realität
Viele aktuelle SAP-AI-Funktionen sind eng mit SAP-Cloud-Lösungen verbunden. Gleichzeitig betreiben zahlreiche Unternehmen weiterhin S/4HANA On-Premise, ECC oder individuelle Anwendungen. Für sie stellt sich nicht nur die Frage, welche SAP-Funktion verfügbar ist, sondern wie sich bestehende Systeme sicher anbinden lassen.
Eine hybride Architektur kann Daten und Aktionen über freigegebene APIs, Events oder Integrationsservices bereitstellen. Dabei sollte das Kernsystem nicht für jeden AI-Use-Case individuell verändert werden. Eine entkoppelte Integrationsschicht und klar definierte Services unterstützen Clean Core und erleichtern den späteren Austausch von Modellen oder Agentenplattformen.
Wann Standardfunktionen ausreichen
Vorgefertigte Funktionen sind attraktiv, wenn sie den Prozess fachlich gut abdecken, die notwendigen Daten bereits im Produkt vorhanden sind und die Organisation die vorausgesetzte Cloud-Lösung nutzt. Sie reduzieren Entwicklungsaufwand und profitieren von der Produktintegration.
Eine kundenspezifische Lösung wird relevant, wenn eigene Objekte, besondere Entscheidungsregeln, On-Premise-Systeme oder mehrere Non-SAP-Anwendungen einbezogen werden müssen. Häufig ist ein hybrider Ansatz sinnvoll: Standardfunktionen dort nutzen, wo sie passen, und differenzierende Prozesse gezielt erweitern.
Vorgehen für eine belastbare Bewertung
Use Case und Zielkennzahlen definieren.
Systeme, Daten und notwendige Aktionen identifizieren.
Verfügbarkeit von SAP-Standardfunktionen und Lizenzen prüfen.
Sicherheits-, Datenschutz- und Betriebsanforderungen klären.
Pilot mit repräsentativen Daten durchführen.
Ergebnisqualität, Aufwand und Skalierbarkeit bewerten.
Wichtig ist eine nüchterne Make-or-Buy-Entscheidung. Nicht jede neue Funktion muss selbst entwickelt werden. Umgekehrt sollte eine strategisch wichtige Prozesslösung nicht von einer Funktion abhängen, die den eigenen Kontext nur teilweise abbildet.
Praxisbeispiel
Ein international tätiges Unternehmen möchte Projektinformationen aus SAP S/4HANA, Richtlinien aus SharePoint und Genehmigungen in Microsoft Teams zusammenführen. Eine reine Standardfunktion deckt den End-to-End-Prozess nicht ab.
Die Lösung kombiniert einen SAP-nahen Datenzugriff mit einer Integrationsschicht und einer dialogorientierten Oberfläche. Der Assistent erklärt Ergebnisse, erstellt Vorschläge und startet nur nach Freigabe definierte Aktionen. So können SAP Business AI und bestehende Plattformen sinnvoll zusammenspielen.
FAZIT
Die Architektur sollte SAP- und Non-SAP-Systeme sowie hybride Landschaften berücksichtigen. Unternehmen sollten deshalb nicht mit einem isolierten Tool starten, sondern mit einem klar umrissenen Prozess, belastbaren Daten, geregelten Verantwortlichkeiten und einem messbaren Zielbild.
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Häufige Fragen:
Ist SAP Business AI ein eigenes Produkt?
Der Begriff umfasst verschiedene KI-Funktionen, Joule, Agenten und Plattformdienste. Welche Komponenten benötigt werden, hängt vom Szenario ab.
Funktioniert SAP Business AI mit On-Premise-Systemen?
Teilweise über Integrationen und kundenspezifische Architekturen. Die direkte Verfügbarkeit einzelner Standardfunktionen ist jedoch häufig cloudabhängig.
Was ist Joule?
Joule ist die KI-Lösung und einheitliche Interaktionsschicht von SAP, über die Nutzer Informationen, Funktionen, Assistenten und Agenten verwenden können.
Kann man eigene Agenten entwickeln?
SAP bietet dafür Entwicklungs- und Erweiterungsmöglichkeiten. Zusätzlich können externe Agentenplattformen eingebunden werden, wenn die Architektur und Governance dies vorsehen.
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